Dann wurde es Zeit für Arkngthand. Schätzungsweise 250 Leute füllten inzwischen das Fenix, um der CD-Releaseparty beizuwohnen. Zusätzliche Spannung wurde erzeugt, da man die Bühne erst einmal per Vorhang vor neugierigen Blicken schützte. Und das bei einer noch recht jungen Band ohne Plattenvertrag. Dann ging es endlich los, die ersten Töne des Albumintros „Last Summerdays“ verhallten und „The King Has Arrived“ wurde dem begeisterten Publikum dargeboten. Diese Band hat schon eine große Fanbase. Tollen Melodic Power Metal zelebrierten die Niederländer. Der charismatische Sänger Rim Steijvers sorgte allein mit seiner Anwesenheit schon für einen gehörigen Blickfang. Als ob er nie etwas anderes getan hätte, agierte er routiniert und was natürlich noch wichtiger war, stimmlich absolut sicher.
Den schon bekannten, weil vorher als Single ausgekoppelten Song „Learning To Fly“ sangen sehr viele Fans mit. Das Publikum gab richtig Gas und spornte die agile Band noch zusätzlich an. In einem derartigen Maße habe ich das schon lange nicht mehr bei einem lediglich durch plattenlose Bands besetzten Konzert erlebt. Die Gitarren von Ruud van Sloum und Bart Latten saßen auf den Punkt. Gekonnt durch die Rhythmusfraktion, bestehend aus Drummer Niels Janssen und Bassist Job Verdonschot, geleitet, wurde kräftig Stimmung erzeugt, was dann in ersten Zuschauersprechchören gipfelte. Also, wenn das Publikum nicht bestochen worden war, dann musste man wohl davon ausgehen, dass hier das nächste größere Ding aus Holland auf der Bühne stand.
„The Waterdancer“ wurde dann im Duett mit Stans Hoedemakers gesungen. Musikalisch gelungen und ein weiterer klanglicher Farbtupfer in den tollen Melodien, die Arkngthand erschaffen haben. Optisch aber, was das Outfit anging, noch nicht ganz ausgereift. Das Publikum klatschte aber fanatisch. Klar, dass da auch bei „At The Head Of The Serpent“ nichts schief ging, was die Stimmung anging.
Kann sich noch jemand an den Abschiedsgig von den Böhse Onkelz erinnern, bei dem sich große Teile des Publikums hinkniete? Genau dies taten circa 60 Fans bei „Truth In A Fool`s World“, welcher albumgerecht auch hier mit einer Violine angereichert wurde, welche durch Mignon Schichel perfekt gespielt wurde. Das war aber nicht die einzige Besonderheit des Gigs, denn trotz der ja eigentlich nicht zu aggressiven Musik gab es einen Moshpit während „The Woods Of Whisper“. Dies veranlasste Niels Janssen dann auch, sein Shirt auszuziehen und oben ohne weiter zu trommeln. Auch wenn Keyboarder Nick Vossen obgleich des gekonnten Stageactings auf der Bühne zumindest optisch ein wenig unterging, musikalisch ist er sehr wertvoll für den Gesamtsound.
„Clash Of Kings“ beendete dann die Album-Präsentation von „Songs Of Ice And Fire“. So hatte man den kompletten Longplayer am Stück serviert. Dann bedankte sich die Band noch bei zwei Supportern, indem sie gerahmte Bilder mit den CD`s als Danksschön verteilte. Eine schöne Geste, die Leute im Hintergrund mal richtig vom Publikum abfeiern zu lassen.
Danach wurde „Peruvian Skies“ gezockt und ein weiteres Mal tat sich ein oberamtlicher Moshpit auf. Trotzdem war klar, das die Band noch nicht ziehen durfte. Mit „Shadow Of The Beast“ musste noch einer gezockt werden. Durch seine chorhaften Parts klang er irgendwie ein wenig nach Iron Maiden.
Ein mehr als gelungenes Konzert mit viel unterschiedlicher, aber qualitativ hochwertiger Musik. Der Sound war gut, wenngleich vielleicht ein wenig zu laut. Die Stimmung war bombastisch, gerade bei Arkngthand. Die Band weiß live zu überzeugen und das nicht nur musikalisch. Der Trip in die Niederlande hatte sich definitiv gelohnt, denn es war eine „night to remember“. Haltet die Augen auf, wenn Arkngthand in eurer Nähe zocken, sonst habt ihr demnächst etwas verpasst.